Hearing zu Bramsche u.a. mit Karl Kopp (Pro Asyl) und Wolf-Dieter Narr (Grundrechtekomitee)
Auslagerung des Flüchtlingsschutzes – Europäische Lagerpolitik und konkrete aktuelle Lagerpolitik in Bramsche-Hesepe
Dienstag, 6. Juni 06, 19 Uhr 30,
Universität - Schloß, Hauptgebäude, Raum 11/214
Hearing mit Wolf-Dieter Narr, Karl Kopp und BewohnerInnen des Abschiebelagers Bramsche-Hesepe
„Das Lager ist die umzäunte Trostlosigkeit“, so äußerte sich der Politikwissenschaftler Wolf-Dieter Narr, nachdem er zwei Tage im März in dem Flüchtlingslager in Bramsche-Hesepe verbrachte. In dem Hearing wird er über die Erfahrungen dieser zwei Tage berichten, über die Gespräche mit den BewohnerInnen, über die Atmosphäre und darüber, wie die Politik der sog. „Freiwilligen Ausreise“ zu analysieren ist.
Karl Kopp spricht von einer flüchtlingsfeindlichen Politik der Innenminister der Europäischen Staaten. Bei den Verhandlungen um ein gemeinsames Asylsystem gilt das Prinzip der Abschreckung: Hochrüstung an den Außengrenzen, Entrechtung im Asylverfahren, Auslagerung des Flüchtlingsschutzes. Während über gemeinsame Standards gestritten wird, schaffen die Nationalstaaten bereits neue Fakten. In nahezu allen Mitgliedsstaaten finden grundlegende Veränderungen des Asylrechts statt. Der Grundtenor: schnellere Asylverfahren, mehr Lager, längere Abschiebehaft, effizientere Abschiebungspraktiken, teilweiser oder völliger Ausschluss von Sozialleistungen etc.
Flüchtlinge aus dem Abschiebelager werden berichten, wie die alltägliche Praxis im Abschiebelager Bramsche aussieht.
Wolf-Dieter Narr ist Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und Mitbegründer des Komitees für Grundrechte und Demokratie. Seine Beobachtungen im Lager Bramsche sollen als Buch veröffentlicht werden.
Karl Kopp ist Sozialwissenschaftler und Europareferent im Frankfurter Zentralbüro von Pro Asyl e.V. Er ist Mitglied in mehreren internationalen Gremien auf NGO-Ebene.
