Protokoll G8 & Migration: Workshop G8-Camp "Campinski" (06.08.06): so far only in German available - sorry!

TOPs:

1) Inputs
2) Frage der Slogans u. weitere Einschaetzungen
3) Vorschlag: Modell "The Walk towards Rostock" mit Pros und Contras
diskutieren
4) weiteres

zu 1) Inputs
-> zu bisherigen Voraussetzungen und Entwicklungen
--> die Hinleitung beschrieb kurz den Beginn der migrationspolitischen
Mobilisierung gegen den G8 (Aufruf von no-lager mit dem Vorschlag eines
Aktionstages unter dem Motto: „Fuer globale Bewegungsfreiheit und
gleiche
Rechte fuer alle) und die bisherigen Stationen (Hamburger
Dissenttreffen,
Berliner Dissenttreffen mit AG-Gruendung, Aktionskonferenz in Rostock,
gutbesuchter Berliner BuKo-Workshop, wo erstmals konkret ueber einen
moeglichen
Aktionstag und das naechste grosse Treffen in Goettingen am 15./16.
Oktober
geredet wurde)

-> zu inhaltlichen Diskussionen
--> Wunsch nach inhaltlicher mehr Auseinandersetzung war nicht zuletzt
nach dem
BuKo-Treffen erwuenscht; die Frage nach den Forderungen ist damit
verknuepft,
aber auch, wer durch den Aktionstag zum Gipfel angesprochen werden
soll, welche
Gruppen fuer die Mobilisierung gewonnen werden koennen und welche
Aussenwirkung
erhofft werden kann und soll. Wie sieht es bspw. beim derzeitigen Stand
des
Slogans damit aus, (Nicht-) MigrantInnen (der zweiten oder dritten
Generation)
anzusprechen?

-> zur bisherigen (aktuellen) Choreografie der Protesttage
--> da der offizielle Gipfel nun definitiv vom 06.06.-08.06.2007
stattfindet,
wird neu ueber den Ablauf der Proteste verhandelt.
Favorisierbar scheint also z.B. eine Demo am Dienstag, den 05.06.2007,
zu sein.

- Weitere Einschaetzungen, die eingangs gemacht wurden:
-> lokale Situation: die Lager im Kopf behalten
--> Dammgarten-Saal, Horst, Bolzenburg, wo es schon Aktionen gegeben
hat, und
Leute ermutigt wurden, fuer ihre Rechte einzutreten. Diese waren danach
verstaerkter Repression ausgesetzt, was problematisch ist. Zudem ist es
wichtig, dass sich der Kampf nicht nur auf die dortigen Fluechtlinge
beschraenkt.
--> bei der Bernsdorf-Aktion hat der Durck nicht ausgereicht, und die
Frage
besteht, wer weiterhin Ansprechpartner fuer die Leute dort sein kann.

zu 2) Es folgte eine erste Runde Statements zu Begründung und Slogans
und
Einschaetzungen, also auch dazu, wie Migration und G8 zusammenhaengen;
(teilweise bezogen sich die Argumente sehr wenig aufeinander - Anm. d.
Protokollanten)
-> Thematisierung von Ausbeutungsgefälle und globaler Apartheid
-> als Bsp. fuer Gruppen, die angesprochen sein sollen: Afrikan. Leute,
die hier
der Residenzpflicht unterliegen / Fluechtlingsorganisationen /
Wanderarbeiter
--> diese Spektren gilt es fuer das naechste Treffen in Goettingen
zusammen zu
bringen

-> moralische und soziale Solidaritaet zeigen und als Bezugspunkt
Prekarisierung
thematisieren
-> Fluechtlinge werden als Experimentierfeld fuer Sozialtechniken
benutzt, die
von den G8 auch auf andere Bevölkerungsteile angewendet werden
-> es sollte im Zuge der Mobilisierung auch um die konkrete Schliessung
von
Camps gehen
--> die Mobilisierung muss dazu wirklich gross werden

-> waehrend in Berlin nun bereits Buendnisse geschaffen werden, muss
es darum
gehen, die Standpunkte der migrantischen Gruppen einzuholen
-> der G8 und der zugehoerige Protest ist ein Ort der Oeffentlichkeit,
den wir
mit dem Thema Migration nutzen muessen
-> Fluchtgruende in den Herkunftslaendern muessen thematisiert werden
-> Migrationskontrolle, Sichtweise aus Afrika auf Schliessung der
Grenzen,
Anti-Kriegsgruppen sollten dabei sein

-> Aktion ist wichtig; Slogan (s.o.) ist gut, aber auch der praktische
Ansatz
ist wichtig: es sollen sich auch die SchuelerInnen der Ruetli-Schule
als auch
illegal eingereiste MigrantInnen angesprochen fuehlen; dazu ist mehr
Oeffentlichkeit erwuenscht

-> Gewerkschaften sind schwer mit der Forderung nach open borders
zusammen zu
bringen, bzw. dies erfordere eine strategische Neuausrichtung der
Gewerkschaften

-> die Forderung nach globalen Rechten ist zu unkonkret

-> ein anderer Blick auf Gewerkschaften ist noetig: sie sind nicht
monolithisch
--> auch die von ihnen unterstuetzten Razzien sind nur ein Teil (hier
ist
insbesondere die IG Bau verantwortlich)
--> innerhalb der Gewerkschaften gibt es auch andere Debatten: z.B.
welche, die
supranationale Organisierung von Wanderarbeitern befuerworten
=> als Resumee: mehr mit als ueber andere Akteure reden

-> zu globalen sozialen Rechten: sie bedeuten mehr als nur das Recht
auf
Bewegungsfreiheit
--> es geht bei der bisherigen Kontrollpolitik nicht nur um den
Abschluss
Europas nach aussen, sondern auch innerhalb um die Kontrolle ueber die
Verteilung der Ressourcen

-> die Forderung wurde auch zur politischen Analyse fuer gut befunden
und besser
als der Ansatz, Prekarisierung zu thematisieren

-> allerdings sind auch konkrete Erfolgsziele noetig, daher ist die
No-Lager-Arbeit sehr wichtig
--> d.h., dass eine Suche nach konkreten Punkten ebenso wichtig ist wie
die
Forderungen

-> wie koennen wir verschiedene Gruppen zusammenbringen
--> die Frage ist, ob es taktisch sinnvoll erscheint, zuerst lokale u.
transnationale Gruppen zusammenzubringen, oder zuerst die inhaltlichen
Forderungen auszudiskutieren
-> das Problem besteht darin, ein Dach mit Inhalt und Gruppen
gleichzeitig zu
erstellen

-> zum Aktionstag
--> mit Hinweis auf andere Kampagnen wurde gesagt, dass ein Aktionstag
nicht
ausreiche, weil danach dann mit einem „Zusammenbruch“
--> es ist „alarmierend“, dass die Fluechtlinge, die nach Aktionen in
Barnsdorf
Represseion ausgesetzt waren, nicht unterstuetzt werden
--> mit dem Aktionstag ist die Hoffnung verknuepft, andere Kampagnen zu
einem
Hoehepunkt zu fuehren
--> als weitere Idee: einen Marsch / bzw. eine Moblisierung (womoelich
in Form
einer Karawane) von verschiedenen Punkten aus nach Rostock zu machen

-> insgesamt geht es um mehr als einen Medienprotest; auch darum,
Bündnisse zu
schliessen
--> was allerdings auf den bisherigen Treffen immer schwierig war,

-> Rassismus soll nicht von Kapitalismuskritik abgekoppelt diskutiert
werden

zu 3) Vorschlag: Modell " The Walk towards Rostock" mit Pros und
Contras
diskutieren
- um etwas konkrete diskutieren zu koennen und quasi als Modellversuch
nicht nur
fuer die Frage, welche Forderungen sondern auch welche Gruppen
eingebunden
werden koennen, wurde besagtes Modell in den Raum gestellt. Folgende
Punkte
kamen zur Sprache:

-> Treffpunkte rund um Rostock koennten angesteuert werden

-> Gruppen koennten konkreter angesprochen werden, nach einzelnen
Meinungen
koennte gefragt werden

-> die Forderungen liessen sich vor Ort konkretisieren:
Bewegungsfreiheit lokal
konkret werden lassen und gleiche Rechte lokal thematisieren

-> die Headlines (s.o.) sind gut so, und teilnehmende Gruppen koennten
eigene
Forderungen mitbringen

-> unterschiedliche Themen koennten an unterschiedlichen Stationen
angesprochen
werden

-> „March for dignity, equal rights and global justice“ waere ein
moegliches
Motto
--> damit waere ein Label und eine Sichtbarkeit gegeben
--> am Samstag losgehen und in eine Grossdemo am Dienstag muenden

-> Einwand: Diskussion geht zu schnell ins Konkrete, es handelt sich
hier nur um
ein Modellexperiment, und der Raum sollte weiter geoeffnet bleiben
--> Demand und Action sind zwei verschiedene Dinge, die auch getrennt
bleiben
sollten

-> ueber mehrere Tage ist es schwierig, eine stetige Mobilisierung zu
erreichen

-> die Konkretisierunge (vor Ort) wuerde MigrantInnen staerker
ueberzeugen

-> Migrantische Organisationen bezihen sich eher auf Kapitalismus- bzw.
Imperialismuskritik

-> mehr Stationen bedeutet mehr Moeglichkeiten, aber nicht mehr
Buendelung
--> Hamburg wuerde sich eher mit Prekarisierung befassen

-> als utopische Idee: Aktionen vor dem Aktionstag beinhalten u.a. die
Zerstoerung (Dismanteling) des Lagers Horst, zudem parallel eine
Blockede der
Strasse und schliesslich ein Zusammenfuehren in eine Demo in (auf)
Rostock

-> Gruppen, die dazu geholt werden koennten:
--> die Verbindung des Themas Bewegungsfreiheit mit Hartz IV im Sinne
von
„grosse Bewegung schaffen“
--> dabei waere es nicht noetig, von verschiedenen Orten gleichzeitig
los zu
gehen, sondern eine Art Staffel waere auch denkbar

-> zugespitzte Forderungen sind in allen Verhandlungen noetig, da
unsere
Positionen sonst erfahrungsgemaess untergehen; so sollten z.B. die
besagten
Razzien auf Grossbaustellen und die Rolle der Gewerkschaften bei
Redebeitraegen
thematisiert werden

-> Residenzpflicht ist als Thema gut fuer G8 geeignet

-> Bedenken: Walk waere unter der Woche, da ist wg. Arbeit u. Schule
nicht mit
grosser Beteiligung zu rechnen

-> starke Bedenken wurden gegen den Walk geaussert:
--> Modellcharakter der Diskussion um den Walk in Erinnerung gerufen
--> 10.000 Leute als angedachtes Projekt ausreichend gross
--> Verzettlung gefaehrlich
--> Aktionen muessen im Kontext der uebrigen Aktivitaeten gegen den
Gipfel
gesehen werden, die auch Leute an andere Projekte bindet

-> Gegenrede: Walk sollte als Idee weiter in Betracht gezogen werden
und in
Goettingen in die Diskussion einfliessen

=> festzuhalten bleibt: die Idee eines zentralen Aktionstages wird
tendenziell
nach wie vor als sehr wichtig empfunden, Buendeluntspunkt sollte
bleiben, Walk
towards Rostock kann nicht als Alternative zum Aktionstag gesehen
werden

zu 4) weiteres
- zudem wurden fuer Blankenburg und Brahmsche Aktionstage angekuendigt

-> fuer das Treffen in Goettingen wird es ein Vorbereitungstreffen
geben

- Im weiteren Tagesverlauf folgte noch ein Treffen zum Globalen
Aktionstag am
07.10. sowie die Vorbereitung zu den Aktivitaeten am Dienstag (s. dazu
die
vorangegangen mail von No-Lager)