Nordwestzeitung, 29.09.2006
Demonstranten ziehen vor Festumzug durch die Stadt
OLDENBURG - Demonstration vor dem Kramermarktsumzug: An diesem Sonnabend will ein Bündnis verschiedener antirassistischer und autonomer Gruppen ab 12 Uhr in der Innenstadt gegen die Flüchtlingspolitik in Deutschland protestieren. Dazu werden rund 250 Teilnehmer erwartet. „Wir gehen davon aus, dass es wegen der Demonstration keine besonderen Probleme geben wird“, so Polizeisprecher Sascha Weiß.
Der Kramermarktsumzug startet gegen 13.45 Uhr am Staatstheater in Richtung Donnerschweer Straße. Ursprünglich wollte die Initiative eine ähnliche Route wie die Festwagen nehmen. Dies untersagte die Stadt. Die genehmigte Demo verläuft vom Bahnhof über Moslestraße und Staulinie zum Schlossplatz. Von dort geht es nach einer Kundgebung über Hunte- und Amalienstraße zum Aktionszentrum Alhambra. „Die beiden Umzüge werden sich nicht treffen“, sagt Stadtsprecherin Christiane Maaß.
Die Demonstration steht im Zusammenhang mit den so genannten Anti-Lager-Aktionstagen. Von heute bis Sonntag, 1. Oktober, wollen verschiedene Initiativen vor dem Eingang der Zentralen Aufnahme- und Ausländerbehörde (ZAAB) mit Aktionen (z.B. Mitmach-Zirkus und Spiele) auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen. Dazu haben die Organisatoren eine Wiese am Blankenburger See im Landschaftsschutzgebiet angemietet. Die Nutzung der Wiese (jeweils von 8 bis 22 Uhr) hat die Stadt mit Auflagen (u.a. kein Feuer, keine Hunde) verbunden.
Auf dem ehemaligen Klostergelände leben derzeit rund 550 Asylbewerber. ZAAB-Leiter Christian Lüttgau sieht den Aktionstagen gelassen entgegen: „Wir kommen damit schon klar.“
