Kurzbeschreibungen der Arbeitsgruppen am Sonntag (nicht vollständig): deutsch

I Legalisierung und Bleiberecht

Zweiteilige Arbeitsgruppe mit kurzen Inputs von Papiere für Alle/Göttingen, Frassanito-Netzwerk/Italien, Dictio/Griechenland. Austausch über unterschiedliche Erfahrungen mit Legalisierungs- und Bleiberechtskampagnen in Europa und über die Frage gemeinsamer Perspektiven. Wie gehen wir mit den staatlichen Zugeständnissen um, vor allem mit den „Bedingungen“ und den damit verbundenen neuen Ausschlüssen, insbesondere mit dem zentralen Kriterium des notwendigen Arbeitsvertrages/eigenständigem Einkommen. Was sind längerfristige Konzepte? Wiederkehrende Legalisierungen in den jeweiligen Ländern? Oder eine europaweite Legalisierungskampagne?

II. rassistische Polizeigewalt: kommt bald!

III. Gegen das Grenz-, Lager- und Abschieberegime in Afrika und Osteuropa Zweiteiliger Workshop mit AktivistInnen aus Marokko, Mauretanien, Senegal, Elfenbeinküste, DR Kongo, evtl. auch Tunesien, sowie afrikanischen Flüchtlingen in Deutschland für die Afrika-Diskussion, Aktivisten aus Polen und der Ukraine für die Diskussion zu Osteuropa. Militarisierte Grenzkontrollen, mehr Lager und Haftzentren außerhalb Europas, Rassismus, Diskriminierung, Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt und Razzien gegen papierlose MigrantInnen auch in Transitländern, Verhöre zur "Identifizierung", Abschiebungen und Rückübernahmeabkommen (einschließlich einer Neuauflage von "Gastarbeiter"-Programmen) sind einige der Charakteristika der neuen EU-Migrationspolitik der "Externalisierung".
Aber Kämpfe von Flüchtlingen und MigrantInnen, Menschenrechtsorganisationen und antirassistischen Gruppen entwickeln sich überall, auch in Transit- und Herkunftsländern. Wie können diese Gruppen und Kämpfe zusammen kommen, wir können wir voneinander lernen und gemeinsame Kampagnen starten?
Wir wollen das Hauptthema dieses Workshops aufteilen nach Regionen (Osteuropa, Afrika) und uns am Anfang in zwei verschiedenen Gruppen treffen, aber - nach einer Zusammenfassung unserer wesentlichen Ergebnisse - im zweiten Teil zusammen diskutieren, insbesondere zu gemeinsamen Kampagnen, die wir für nötig halten vor allem gegen Frontex, EU-Sammelabschiebungen, Dublin II und Rückübernahmeabkommen. Beide Workshops werden eine ähnliche Struktur haben und deutsche, englische und französische, in der Osteuropa-Gruppe auch polnische Übersetzung.

Organisiert von: ARI Berlin und Flüchtlingsrat / nolager Hamburg

IV. Prekarisierung und migrantische Arbeit Zweiteilige Arbeitsgruppe mit kurzen Inputs von Global SEIU/Justice for Janitors-Kampagne aus den USA, vom Frassanito-Netzwerk aus Italien, von der Gruppe FELS aus Berlin und von kein mensch ist illegal/Hanau.
Im 1.Teil geht es um Austausch und Diskussionen über unterschiedliche Handlungsansätze im Feld migrantischer und prekärer Arbeit. Spätestens im 2. Teil steht die Frage im Mittelpunkt, ob und welche transnationalen Kampagnen und gemeinsamen praktischen Interventionen denk- und realisierbar wären. Eingeladen zu dieser AG sind auch VertreterInnen der Basisgewerkschaft SOC aus Andalusien, von der IWW aus Verona, vom Precarity-Webring-Projekt sowie vom Euromarsch-Prekarisierungs-Netzwerk. Wir rechnen also mit einer spannenden transnationalen Zusammensetzung und empfehlen als eine Diskussionsgrundlage die letzte Ausgabe von „Crossing Borders“ mit dem Schwerpunkt zu migrantischer Arbeit (siehe www.noborder.org in 5 Sprachen!)

V. Keine Lager, keine Knäste: Zweiteiliger Workshop mit Inputs von NoLager Bremen und NoBorders London
Lager für Flüchtlinge und MigrantInnen – überall innerhalb und außerhalb Europas existieren jene Orte, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Lager schaffen eine Hierarchie von Rechten. Sie zielen auf Ausschluss und Abschreckung und stellen eines der zentralen Instrumente dar, Menschen abzuschieben oder zur so genannten ‚Freiwilligen Ausreise’ bzw. in die Illegalität zu treiben. In diesem Sinne können Lager als eine Art Eckstein globaler Apartheid begriffen werden. Umgekehrt haben sich Lager mehr und mehr zum Ausgangspunkt von Widerstand entwickelt – ob von innen oder außen. In dem Workshop möchten wir uns über unterschiedliche Erfahrungen im Kampf gegen Lager austauschen. Vor allem möchten wir über die vielfältigen Zusammenhänge zwischen NoLager-Kämpfen und anderen Auseinandersetzungen diskutieren. Der Workshop wird von Flüchtlings- und Nicht-FlüchtlingsaktivistInnen vorbereitet.

Auf www.nolager.de gibt es zahlreiche Informationen über das globale Lagersystem (auf deutsch und englisch) – einschließlich Berichten etc. über NoLager-Kämpfe in Deutschland und anderswo.